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17 May, 2020

Lieder aus ukrainischen Dörfern

Posted by: helen In: Radio

Sonntag, 19. Juli 2020, 18 Uhr, Radio CORAX, UKW 95.9 in Halle & Umgebung, 60 min

Ein Rundflug über das von dem ungarischen Musiker und Musikforscher Miklos Both initiierte Polyphony Project, das seit 2014 Dörfer in der Ukraine bereist und eine faszinierende, mehrstimmige Liedtradition in Ton und Video dokumentiert. Das komplette Archiv ist veröffentlicht auf der Webseite polyphonyproject.com.

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17 May, 2020

Das Musikarchiv des Pitt Rivers Museum

Posted by: helen In: Radio

Sonntag, 21. Juni 2020, 18 Uhr, Radio CORAX, UKW 95.9 in Halle & Umgebung, 60 min

Ein Querschnitt durch das Tonarchiv des Pitt Rivers Museum in Oxford mit historischen Aufnahmen: u.a. aus Nigeria, Kolumbien, Nepal und Vanuatu. Zu Wort kommen der Ethnologe Paul Basu und der Musikethnologe Noel Lobley. Die ältesten Aufnahmen der Sendung wurden 1911 aufgenommen, die jüngsten von 1981.

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17 May, 2020

Musik aus Yunnan

Posted by: helen In: Radio

Sonntag, 17. Mai 2020, 18 Uhr, Radio CORAX, UKW 95.9 in Halle & Umgebung, 60 min

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Virtuelle Archive für Feldaufnahmen
Teil 2: Polyphony Project. Eine neue Generation von Field Recordings

am 29. März 2020, 23:05 Uhr, BR Klassik, 53:30 min

Auf Initiative von Wissenschaftlern und Musikliebhabern entstehen im Internet nichtkommerzielle Musikarchive mit Feldaufnahmen aus verschiedenen Teilen der Erde. „Es ist nicht genug, dass wir Material von kulturellem Wert sammeln und es in die Archive bringen. Es ist wichtig diesem Material wieder Leben einzuhauchen. Wir können die Globalisierung nicht aufhalten, aber wir bestimmen darüber, wie wir globalisiert werden. Unser musikalisches Erbe hier in Europa kann die Inspiration dafür liefern.“

Das von dem ungarischen Musiker und Musikforscher Miklos Both initiierte Polyphony Project bereist seit 2014 Dörfer in der Ukraine und dokumentiert eine faszinierende, mehrstimmige Liedtradition in Ton und Video. Die Webseite des Projektes beherbergt inzwischen hunderte Lieder. Die meisten von ihnen wurden von Frauen jenseits ihres 80. Lebensjahres gesungen. Karten, Liedtexte, Informationen über die Sängerinnen und Kategorien wie Liedgattung und Anlässe liefern den Kontext für die Aufnahmen. Ziel des Polyphony Project ist es, die Lieder wiederzubeleben und Menschen außerhalb der Dörfer dazu anzuregen, sie singen zu lernen. Hilfestellung bietet dabei die äusserst übersichtlich angelegte Archivwebseite, auf der jede Stimme einzeln gehört werden kann.

In internetbasierten Tonsammlungen für Feldaufnahmen wird Musik zugänglich gemacht, die sonst wahrscheinlich nur sehr wenige Menschen jemals zu Gehör bekommen würden. Sie sind ein wichtiger Beitrag, das musikalische Vermächtnis verschiedener Regionen der Welt sichtbar und hörbar zu machen. Sie sind auch Quelle der Inspiration und Impulsgeber für lokale Musikerinnen und Musiker und für Musikfans auf der ganzen Welt, alte Lieder wiederzuentdecken und in das heutige Musikleben zu integrieren. Im zweiten Teil des Musikfeatures über virtuelle Archive steht die neue Generation von Field Recordings im Vordergrund, also jene Aufnahmen und Sammlungstätigkeiten, die in den vergangenen zehn Jahren begonnen wurden und das Internet als ersten Verbreitungsweg gewählt haben.

Foto: Polyphony Project. Unknown Ukraine, polyphonyproject.com

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Virtuelle Archive für Feldaufnahmen
Teil 1: Die Tonsammlung des Pitt Rivers Museum und die Rückgabe immaterieller Kulturgüter

28. März 2020, 23:05 Uhr, BR Klassik, 53:30 min

Phonographenwalzen von Northcote W. Thomas in der British Library, Foto: [Re:]Entanglements, https://re-entanglements.net/onyeka-igwe/.

Stille – plötzlich ein starkes rhythmisches Rauschen – Gesang setzt ein, klingt weit entfernt – die Stimme eines Mannes im Falsett – kein Text, klagendes Johlen – die Töne versinken im Rauschen. Der britische Ethnologe Northcote W. Thomas zeichnete diese Musik im Januar des Jahres 1911 im südlichen Nigeria mit einem Phonografen auf. Hören kann man die Aufnahme seit einigen Jahren auf Soundcloud. Fast 100 Jahre schlummerten diese Klangdokumente im Archiv, bevor ein Digitalisierungsprojekt des Pitt Rivers Museum in Oxford nicht nur für das Überspielen der Wachswalzenzylinder auf neue Tonträger sorgte, sondern auch einen Teil der Aufnahmen online für die Öffentlichkeit bereit stellte.

Einige Museen nutzen das Internet inzwischen aktiv, um historische Tonaufnahmen aus ihren Archiven zugänglich zu machen, die sonst wahrscheinlich nur sehr wenige Menschen jemals zu Gehör bekommen würden. Den Musikethnologen Noel Lobley beschäftigte während seiner Arbeit mit der Tonsammlung des Pitt Rivers Museums die Frage, wie Klangdokumente in die Ausstellungen von Museen integriert und so erlebbar gemacht werden können. Welche Möglichkeiten bieten sich im musealen Kontext für eine Rückkopplung zu den Ursprungsländern und Urhebern der Aufnahme?

Darüber hinaus gibt es erste Ansätze für die Rückgabe von Ton- und Bildmaterial, sprich immateriellen Kulturgütern, aus der Kolonialzeit. Wie diese Rückgabe stattfinden kann, ergründet das [Re:]Entanglements Projekt unter Leitung des britischen Ethnologen Paul Basu in Zusammenarbeit u.a. mit der Universität von Nigeria. Bisher wurde die Diskussion um die Rückgabe von Kulturgütern aus der Kolonialzeit überwiegend in Bezug auf materielle Objekte geführt. Doch wie gehen westliche Institutionen heute mit Ton- und Fotomaterial um, das in ehemaligen Kolonien entstanden ist und dann in den Archivschränken in Europa und Nordamerika verschwand? Welche Relevanz haben diese Dokumente für die Menschen deren Vorfahren auf dem Material zu sehen und zu hören sind?

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Mittwoch, 28. August 2019, BR Klassik, Musik der Welt, 53 min

In Yunnan hört man überall Musik. Musik ist ein bedeutender Teil des Lebens – es gibt Musik zum Laufen, zum Essen und Trinken, zum Gruß, zum Abschied, zur Brautwerbung, für die Hochzeit oder für Beerdigungen. Manche Feste werden tagelang gefeiert, dann wird ohne Unterlass gesungen und getanzt, auch die Nächte hindurch. So beschreibt es Professor Zhang Xingrong von der Kunsthochschule Yunnan in Kunming, der die bildschönen, aber schwer zugänglichen Gebiete in den Bergen Yunnans in den 1980er und 1990er Jahren Dutzende Male besuchte, um die Musik der über 25 Minderheiten in der Provinz Yunnan in Südwestchinas auf Tonband aufzunehmen. In Yunnan werden einzigartige Musikinstrumente, ungewöhnliche Spieltechniken und virtuoser Gesang bis heute kultiviert. Manche Melodien sind so ungewöhnlich, komplex und überraschend, dass man sich an diese Musik erst ein wenig gewöhnen muss. Neben Aufnahmen von Zhang Xingrong, werden auch die Forschungsarbeiten von der amerikanischen Musikethnologin Helen Rees in dieser Musikreise nach Südwestchina eine wichtige Rolle spielen.

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05 May, 2019

Paul Bowles und die Musik Marokkos

Posted by: helen In: Radio

Sonntag, 16. Juni 2019, 18 Uhr, Radio CORAX, UKW 95.9 in Halle & Umgebung

“Massen auf Massen sinnloser, schwirrender Geräusche, die von den Mauern zurückgeworfen werden”, es sind die beiläufigen Töne, die ein Land tosen, lärmen und klingen lassen. Die Geräuschkulisse Marokkos wie sie der amerikanische Autor Paul Bowles gehört hat, dringt durch einen weißen Nebelmorgen: der Gesang eines Ziegenhirten, der dem Wind der Steinwüste trotzt; die Komposition aus Klirren, Murmeln und Kofferradio, die aus den Cafés herausdrängt; der Lärm und das Licht eines Markttages.

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Man kann sich die brasilianische Geige Rabeca wie eine flachgedrückte und deshalb etwas breite Bratsche vorstellen, die in hellem Holz strahlt. Ein robustes Instrument mit Stahlsaiten, das es in unterschiedlichsten Ausführungen in ganz Brasilien gibt. Einer der bekanntesten Instrumentenbauer und Rabeca-Spieler heißt Nelson da Rabeca. Zusammen mit dem in Brasilien lebenden Schweizer Musiker Thomas Rohrer improvisiert er manchmal stundenlang in seinem Haus im Norden Brasilien. Dabei herausgekommen ist u.a. die CD “Tradicão Improvisada” – eine aufregende Musikreise, auf die Radio Corax zusammen mit Thomas Rohrer gegangen ist. Hier kann man das Gespräch nachhören.

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Musik der Welt, 27. April 2019, 53 min, BR Klassik

Während die Megastädte São Paulo und Rio de Janeiro in der Berichterstattung über Brasilien oft alle Aufmerksamkeit auf sich zu vereinen scheinen, bleibt das brasilianische Hinterland, die riesigen ländlichen Gegenden, eher unbemerkt. Das gilt auch für die Musik aus den küstenfernen Regionen, aus dem Sertão, dem Regenwald, aus Mato Grosso, Minas Gerais, Santa Catarina oder Goiás. Auf der einen Seite findet man in den ländlichen Räumen Brasiliens regionale Musik, die weitestgehend abgeschirmt von den Mechanismen der globalen Vermarktung existiert. Gleichzeitig hat sich mit der „Música sertaneja“ eine in ganz Brasilien enorm erfolgreiche Musikrichtung entwickelt, die an der Schnittstelle zwischen städtischem Leben und ländlicher Kultur angesiedelt ist.

Als „Cowboy ohne Pferd“ bezeichnete ein brasilianischer Musikkritiker einst den Rancheiro Bob Nelson. Nelson schuf eine hybride Musik, die brasilianische “Música caipira” aus dem Landesinneren mit mexikanischen und nordamerikanischen Elementen mischte. Bob Nelson reiste als Sockenverkäufer durchs Land und machte Musik, wenn es die Zeit erlaubte. In den 1940er Jahren entdeckte er durch einen Film über die Alpen das Jodeln und baute es kurzerhand in seine Musik ein. Bis heute hört und spielt man auf dem Land und in den Provinzstädten Brasiliens nicht nur die populären Musiken Samba und Forró, sondern auch “Música caipira”, Fandango, “Modas de viola” und Catira.

Mit Musik u.a. von Bob Nelson, Sérgio Reis und Pedro Sertanejo, Tonaufnahmen aus der legendären Schallplattenreihe „Música Popular“ des Labels Discos Marcus Pereira sowie Walzenaufnahmen aus dem Berliner Phonogramm-Archiv von Theodor Koch-Grünberg und Emil Heinrich Snethlage.

Musikliste:

Bob Nelson e seus rancheiros
Um Vaqueiro na Cidade
Vaqueiro Alegre (Polydor, 1959)

Tico Siqueira
Moco Boiadeiro 
Música popular do centro-oeste/sudeste 4 (Discos Marcus Pereira, 1974)

Sérgio Reis
O Menino da Porteira 
Boiadeiro (BMG Ariola Discos, 1996)

Renato Teixeira
Moda de Gado 
Música popular do centro-oeste/sudeste 4 (Discos Marcus Pereira, 1974)

Família Camargo
Danca de Santa Cruz 
Música popular do centro-oeste/sudeste 4 (Discos Marcus Pereira, 1974)

Luiz Gonzaga
Sanfona Sentida
Capim Novo (RCA Camden, 1976)

Chapéu de couro
Pedro Sertanejo
Chapéu de couro (MusiColor, 1969)

Nelo da Silva
Bandeira do Divino
Música popular do sul 3 (Discos Marcus Pereira, 1975)

Grupo Folclórico de Crixás
Saída da Boiada
Danças e Instrumentos Populares de Goiás (Discos Marcus Pereira, 1979)

Umbandistas
Song for lemanjá
Music of Para, Brazil: Carimbó, Pajelança, Batuque and Umbanda (Folkways Records, 1982)

J.F. Schiano (rec.)
Trompes Amengon
Brésil: Musique Du Haut Xingu (Ocora, Radio France, 1977)

J.F. Schiano (rec.)
Flutes Yakui
Brésil: Musique Du Haut Xingu (Ocora, Radio France, 1977)

J.F. Schiano (rec.)
Chants Ungwo Eremlu
Brésil: Musique Du Haut Xingu (Ocora, Radio France, 1977)

Theodor Koch-Grünberg (rec.)
parischerá-Gesang der Taulipáng
Walzenaufnahmen aus Brasilien 1911-1913 (Berliner Phonogramm-Archiv 3, 2006)

Emil Heinrich Snethlage (rec.)
Lieb über Tschuam
Walzenaufnahmen aus Brasilien 1934 (Berliner Phonogramm-Archiv 8, 2013)

Ricardo Canzio (rec.)
Marido Paru
Brazil. The Bororo World of Sound (Auvidis-Unesco, Musics and Musicians of the World, 1989)

Ernesto dos Santos
Bambo do Bambu: Samba
Music of the World’s Peoples: Vol. 3 (Folkways Records, 1955)

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30 Mar, 2018

Wir singen nicht, wir sind die Jodler

Posted by: helen In: News

Im März 2018 im Waxmann Verlag erschienen: Helen Hahmann. Wir singen nicht, wir sind die Jodler. Ethnologische Perspektiven auf das Jodeln im Harz, Internationale Hochschulschriften, Bd. 647, 188 Seiten, ISBN 978-3-8309-3672-5.

Jodeln ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Gesangskünsten, eine hochspezialisierte Form des Singens. Allein im deutschsprachigen Raum gibt es viele regionale Formen und alle haben eigenständige Merkmale entwickelt. Der Harz sticht durch akrobatische Motive hervor, die Jahr für Jahr bei Jodlerwettstreiten in Konkurrenz zueinander treten. Wir singen nicht, wir sind die Jodler zeigt, wie sich selbst im Harz verschiedene Stilistiken des Jodelns herausbilden konnten. In der Analyse finden die vergangenen 100 Jahre Harzer Musikgeschichte Beachtung: von der Randerscheinung Jodeln zu Beginn des 20. Jahrhunderts, über die Etablierung zum klanglichen Markenzeichen während der NS-Zeit, bis hin zur starken Folklorebewegung nach 1945 in beiden Teilen Deutschlands.

Aus dieser kraftvollen Entwicklung zehrt die Praxis bis heute. Diese musikethnologische Studie betrachtet die Szene der Harzer Jodlerinnen und Jodler, der Folklore- und Heimatgruppen mit Hilfe der Theorie der sozialen Praktiken. Die Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Musikethnologie, Geschichtswissenschaften, Volkskunde und Ethnologie.

Rezensionen:

Kopal, Ricarda, in: Yearbook for Traditional Music, Vol. 51, November 2019 , S. 284-285.

Florian G. Mildenberger, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 67. Jahrgang (2019), Heft 10, S. 862.

Astrid Reimers, in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, vom 23. April 2019.

Maud Jahn, in: Zeitschrift für Volkskunde. Beiträge zur Kulturforschung, 2019/1.

Ulrike Zöller, in: Folker, vom Juni 2018.

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