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26 Feb, 2019

“Cowboys ohne Pferde” – Musik aus dem Landesinneren Brasiliens

Posted by: helen In: Radio

Musik der Welt, 27. April 2019, 53 min, BR Klassik

Während die Megastädte São Paulo und Rio de Janeiro in der Berichterstattung über Brasilien oft alle Aufmerksamkeit auf sich zu vereinen scheinen, bleibt das brasilianische Hinterland, die riesigen ländlichen Gegenden, eher unbemerkt. Das gilt auch für die Musik aus den küstenfernen Regionen, aus dem Sertão, dem Regenwald, aus Mato Grosso, Minas Gerais, Santa Catarina oder Goiás. Auf der einen Seite findet man in den ländlichen Räumen Brasiliens regionale Musik, die weitestgehend abgeschirmt von den Mechanismen der globalen Vermarktung existiert. Gleichzeitig hat sich mit der „Música sertaneja“ eine in ganz Brasilien enorm erfolgreiche Musikrichtung entwickelt, die an der Schnittstelle zwischen städtischem Leben und ländlicher Kultur angesiedelt ist.

Als „Cowboy ohne Pferd“ bezeichnete ein brasilianischer Musikkritiker einst den Rancheiro Bob Nelson. Nelson schuf eine hybride Musik, die brasilianische “Música caipira” aus dem Landesinneren mit mexikanischen und nordamerikanischen Elementen mischte. Bob Nelson reiste als Sockenverkäufer durchs Land und machte Musik, wenn es die Zeit erlaubte. In den 1940er Jahren entdeckte er durch einen Film über die Alpen das Jodeln und baute es kurzerhand in seine Musik ein. Bis heute hört und spielt man auf dem Land und in den Provinzstädten Brasiliens nicht nur die populären Musiken Samba und Forró, sondern auch “Música caipira”, Fandango, “Modas de viola” und Catira.

Mit Musik u.a. von Bob Nelson, Sérgio Reis und Pedro Sertanejo, Tonaufnahmen aus der legendären Schallplattenreihe „Música Popular“ des Labels Discos Marcus Pereira sowie Walzenaufnahmen aus dem Berliner Phonogramm-Archiv von Theodor Koch-Grünberg und Emil Heinrich Snethlage.

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